Hat man Ihnen auch eingebläut, bloß keine langen Sätze zu schreiben?

Es stimmt ja: Lange Sätze sind meistens kompliziert, verschachtelt, unverständlich – eine Zumutung. Doch das muss nicht so sein, es gibt auch gute lange Sätze.

Daran erinnert der amerikanische Journalist und Ausbilder Roy Peter Clark, dessen “50 Werkzeuge für gutes Schreiben” eine lohnende Lektüre sind. Ein schönes Beispiel aus seinem Buch:

Ein Tornado fegte am Freitag durch St. Petersburg, riss Dutzende von Dächern von den Häusern, zerschlug die Glasscheiben der Innenstadtbüros, entwurzelte Palmen in den Parks an der Bucht und trieb Clyde Howard in die Deckung seiner klauenfüßigen Badewanne. (Quelle: Clark, 50 Werkzeuge, S. 56)

Dieser Satz ist eine schlichte Aufzählung von Hauptsätzen, dessen Subjekt am Anfang steht. Womit auch schon das Geheimnis eines langen und doch verständlichen Satzes verraten ist: Subjekt und Prädikat stehen am Anfang, während alles weitere nun angefügt werden kann.

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Impuls

Ein guter Satz kann auch lang sein. Entscheidend ist nur, dass wir ihn beim ersten Lesen leicht verstehen.