Selbstlern-Kurs „Artikel schreiben“

10 | Wie es weitergeht

In diesem Kurs haben Sie erfahren, wie Sie professionelle Fachartikel schreiben. Nun kommt es darauf an, dieses Wissen auch tatsächlich für Ihre Ziele zu nutzen. Zum Beispiel indem Sie alle zwei bis drei Monate einen Artikel publizieren.

In dieser Lektion erfahren Sie,

  • wie Sie auf Ihren erschienenen Artikel aufmerksam machen,
  • wie Sie das Artikelschreiben zur Gewohnheit machen.

Glückwunsch, Ihr Artikel ist fertiggestellt! Eine große Wegstrecke liegt hinter Ihnen. Sie haben eine Themenliste angelegt, ein Thema ausgewählt – und dieses Thema erfolgreich umgesetzt. Sie wissen nun, wie man einen Fachartikel professionell anpackt: Botschaft erarbeiten, Fallhöhe inszenieren, Inhalte ausführen, Magnet scharfstellen.

Damit haben Sie das Ziel dieses Werkstatt-Kurses erreicht. Doch wie geht es weiter?

Zwei Aspekte erscheinen mir jetzt wichtig. Zum einen gilt es, aus Ihrem Artikel einen möglichst großen Nutzen herauszuholen. Sobald er erschienen ist, sollten möglichst viele Leute davon erfahren. Zum anderen sollte es nicht bei diesem einen Artikel bleiben. Erst wenn Sie kontinuierlich über Ihr Thema schreiben, gewinnen Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe.

***************************************

Den Artikel nutzen

Fachartikel sind ein hervorragendes Instrument, um Kontakte gezielt zu pflegen und die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Aufgrund ihrer Wertigkeit erlauben sie eine Kontaktpflege auf hohem Niveau – übertroffen nur noch durch das eigene Buch. Während es jedoch Jahre dauert, bis ein Buch erschienen ist, können Sie mit Fachartikeln schnelle und wiederholte Erfolge erzielen.

Sobald Ihr Artikel in einem Magazin oder auf einer Internetplattform erschienen ist, gilt es, die Welt auf das Ereignis hinzuweisen. Das hat einen einfachen Grund: Nur ein relativ kleiner Teil Ihrer Zielgruppe nimmt den Artikel im Ursprungsmedium wahr. Also liegt es an Ihnen, dafür zu sorgen, dass der Artikel bekannt wird.

Fachartikel in Qualitätsmedien sind besonders wertvoll, weil sie Glaubwürdigkeit und Anerkennung von einer unabhängigen Stelle dokumentieren. Deshalb lohnt es sich, auf diese Artikel im eigenen Blog, über E-Mail-Marketing und die Sozialen Medien hinzuweisen.

Darüber hinaus bietet es sich an, die Inhalte auf unterschiedlichen Kanälen noch einmal zu verwerten, um so das Thema bestmöglich zu besetzen. Das kann ein Gastartikel in einem Weblog sein, ein Beitrag in LinkedIn oder in einem anderen Magazin. Entscheidend ist dabei, den Text nicht eins zu eins zu übernehmen, sondern an die Anforderungen des jeweiligen Mediums anzupassen.

Um durch Artikelschreiben einen möglichst großen Effekt zu erzielen, hat sich ein zweistufiges Verfahren bewährt:

  • Stufe 1: Artikel erarbeiten und hochrangig publizieren
  • Stufe 2: Breite Zweitverwertung der Inhalte (Blog, Internetplattformen, Social-Media, andere Zeitschriften …)

Nutzen Sie die einmal erarbeiteten Inhalte, um damit möglichst viele Interessenten zu erreichen. So sammeln Sie Bekanntheitspunkte.

***************************************

Kontinuierlich publizieren

Einmalige Aktivitäten verpuffen. Eine gewisse Meinungsführerschaft auf Ihrem Gebiet erzielen Sie erst, wenn Sie regelmäßig publizieren und so kontinuierlich auf Ihre Bekanntheit einzahlen.

Es sollte also nicht bei diesem einen Artikel bleiben, den Sie in diesem Kurs erstellt haben. Greifen Sie deshalb auf die Themenliste zurück, die Sie in Lektion 2 angelegt haben. Als Faustregel hat es sich bewährt, etwa alle zwei bis drei Monate einen neuen Artikel zu verfassen.

Wie schaffen Sie das? Vielleicht indem Sie versuchen, einen journalistischen Blickwinkel einzunehmen. Ein Journalist ist ständig auf Themensuche. Was er sieht, hört und liest, klopft er darauf ab, ob es als Thema taugt. Er fragt ständig: Steckt darin etwas Neues und Interessantes? Kann ich einen spannenden Aspekt herausstellen, an den so noch niemand gedacht hat?

Die Zeit, sich auf dem Laufenden zu halten, investieren Sie ohnehin. Vermutlich gehen Sie auf Messen und Kongresse, tauschen sich mit anderen Experten aus,  besuchen Weiterbildungsveranstaltungen.  Achten Sie künftig parallel dazu auf mögliche Artikelthemen:

  • Welcher neue Trend passt zu einem Ihrer Themen und lässt sich als aktueller Aufhänger nutzen?
  • Welche Probleme werden diskutiert, für die Sie schon eine Lösung parat haben?
  • Welche Aspekte oder Engpässe beschäftigen Ihre Zielgruppe derzeit besonders?
  • Hat eine Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin eine Studie vorgestellt, die sich mit einem Ihrer Themen verknüpfen lässt?

Um Themen zu systematisieren und zu priorisieren, kann das „Modell von der Grundlandschaft und den Tiefbohrungen“ hilfreich sein: Modellieren Sie die Grundlandschaft Ihres aktuellen Themas, indem Sie das Wissensgebiets z.B. mit Hilfe einer Mindmap strukturieren. Überlegen Sie dann, an welchen Stellen Sie eine Tiefenbohrung für einen Fachartikel vornehmen möchten. Mehr hierzu in einem Blogartikel

Pflegen Sie Ihre Themenliste

Ein Blick auf die Publikationslisten mancher Berater belegt: Es geht! Bei wohl jedem Beratungsthema lassen sich genügend interessante Einzelaspekte aufspüren, um regelmäßig publizieren zu können.

Schauen wir abschließend einem kleinen Beratungsunternehmen über die Schulter, dem es gelingt, ständig neue Themen zu generieren und jedes Vierteljahr einen Artikel zu veröffentlichen. Wie entdeckt es diese Themen?

Die beiden Berater des Unternehmens treffen sich etwa alle drei Monate zu einer Themenbesprechung, bei der sie ihre Ideen zusammentragen und diskutieren. Dabei lassen sie sich von folgenden Kernfragen leiten:

  • Laufende Projekte. Welche Projekte stehen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten vor dem Abschluss? Welche Ergebnisse zeichnen sich ab? Welche Methoden haben wir dort mit gutem Erfolg eingesetzt? Hat eines dieser Projekte einen besonders interessanten Aspekt? Lässt sich etwas besonders Vorbildliches, vielleicht sogar Modellhaftes finden? Gibt es eine Stelle, an der ein Projekt beinahe gescheitert wäre? Was kann man daraus lernen?
  • Kundenreaktionen. Welche Äußerungen unserer Kunden deuten auf ein akutes Problem hin? Lässt sich daraus ein Artikelthema ableiten? Lohnt es sich, eine Kundenbefragung durchzuführen, um zusätzliche Informationen zu gewinnen?
  • Externe Entwicklungen. Gibt es Trends, geplante Gesetzesänderungen oder andere Veränderungen, die sich auf unsere Kunden auswirken werden? Lassen sich deren Folgen absehen? Haben wir eine Lösung parat?

***************************************

Damit schließt dieser Kurs. Gerne können Sie die Inhalte für Ihre folgenden Artikel weiter nutzen. Ihr Zugang bleibt ab dem Tag der Anmeldung für zwölf Monate gültig; in dieser Zeit können Sie jede Lektion jederzeit erneut aufrufen.

Ihr Feedback

Sehr freuen würde ich mich über ein abschließendes Urteil:

Herzlichen Dank!

Christian Deutsch